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, dass Sie noch mal kommen. Warum sind Sie hier? Ich wollte Auf Wiedersehen sagen und Ihnen außerdem ein Geschenk machen. Was meinen Sie mit Geschenk, Peter? Na ein Geschenk. Ein Präsent. Charlie. Sie machen sich über mich lustig. Oder schenken Sie ihn mir wirklich? Wieso? Zwei Gründe. Ihr ganzes Leben lang haben Sie nur etwas gefordert. Und Sie mussten für alles sehr hart kämpfen. Niemand hat Ihnen jemals was von sich aus gegeben. Ich möchte Ihnen etwas geben und Ihnen zeigen, was Geben heißt. Es ist seltsam, dass Sie dieses Lied kennen. Es erinnert mich an meinen ersten Kuss. Ich verstehe, was Sie meinen. Es ist eine jener Erinnerung, die einem die Vergangenheit wie ein Märchen erscheinen lässt. Spielen Sie weiter, es ist schön. Manchmal wünsche ich mir, ich könnte die Zeit zurückdrehen. Aber es bleibt immer das Jetzt. Weißt du noch, wie du mir den Sonnenuntergang zeigtest? Sicher. Und du die Zeilen von diesem Dichter erwähnt hast. Ewigkeit. Das hat mir Angst gemacht. Weil es richtig ist, was du sagtest. Es ist die Ewigkeit. Ein Akt der Liebe. Und du fürchtest dich vor der Liebe? Ja. Während eines Liebesaktes stirbt ein Teil von dir und ist für immer verloren. Davor fürchte ich mich. Ja, du hast Recht. Aber es geschieht mehr als nur das. Das, was wir verlieren, wird ersetzt. Durch die Fähigkeit zu geben. Ich will ein bisschen sterben. Dir etwas geben. Lassen wir die Masken fallen. Für einen Augenblick. Für diesen Augenblick. Die Ewigkeit des Augenblicks. Ich bitte dich, lieber Gott. Ich bitte dich, lieber Gott, bewahre mich davor. Bewahre mich vor der Sünde. Wie kommt es eigentlich, dass die Verderbtheit immer vor Furcht zittert, wenn sie entblößt wird? Im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen. Ich glaube, ich werde doch für ihn beten. Haben Sie das Geld? Vierzig Pfund sind nicht gerade viel. Seine Gläubiger haben alles genommen. Werden Sie sie empfangen? Es gibt da wenig Trost, den ich ihnen spenden kann. Ihr scheint sehr unausge- schlafen zu sein, Schwester. Ich konnte heute Nacht sehr schwer schlafen, Mutter Oberin. Justine, Juliette Jerome sollen erscheinen. Ja, Mutter Oberin. Der Pater wird sie jetzt empfangen. Sind die beiden denn Sünderinnen? Das ältere Mädchen ist, sagen wir, normal. Und das andere Mädchen? Justine ist äußerst fromm. Fast bis zur Grenze des Stolzes. Wenn du endlich aus diesem grausamen Gefängnis entkommen bist Radio Pauline ist ungerecht. Sie nennt diesen heiligen Ort ein Gefängnis. Radio und den Weg der Tugend, der dir von den Gefängniswärtern diktiert wurde, betrittst, wirst du entdecken, dass er voller Dornen ist. Dass die Gottlosen die Blumen zertreten. Wie unglücklich sie sein muss. Es wäre bei weitem besser, mit dem Strom zu schwimmen und dadurch aufzublühen. Die Tugend ist zu schwach, sich gegen das Laster zu behaupten. Sie klingt sehr verbittert. Unsinn! Sie hört sich äußerst zufrieden an. Es ist ein einfaches Gesetz der Natur. Dass die Verdorbenen florieren und die Frommen sich abstrampeln müssen. Wir sind nicht hier, um solche Sachen zu lernen. Ich hab von den heiligen Schwestern nur gelernt wie man onaniert. Was ist denn, Kleine? Was hast du hier gelernt? Ach Justine, du bist hoffnungslos. Normalerweise erwartet man von uns, dass wir zu gebärenden Arbeitstieren werden. Sklavinnen für irgendeinen reichen Kaufmann, der dabei all die Vergnügungen ge- nießen wird, die die Natur zu bieten hat. Und zwar mit anderen Frauen. Frauen, die schön bleiben, und zwar durch ihre Verderbtheit. Wie Pauline. Hör zu. Selbst um so eine solche Ehefrau zu werden, muss man über sich Bescheid wissen. Du musst dir deines Körpers bewusst sein. Du musst wissen, dass du sexy bist. Musst lernen, sexuelle Sehnsüchte für Männer zu empfinden. Justine, komm schon! Gott weiß, wo kein Platz für die Sünde ist. Seit wann ist es nicht mehr erlaubt, in seinem eigenen Zimmer allein zu sein? Die Mutter Oberin hat nach euch verlangt. Warum? Haben wir dir bisher noch nicht den Wert von Gehorsam beigebracht, Juliette? Und den Wert der Keuschheit. Wenn ich ein Mann sein könnte, nur für einen Tag, dann würde ich es dieser alten Lustkröte mal so richtig besorgen. Ich hoffe, ihr seid alt genug, das zu verstehen. Euer Vater war ein Mann von Ehre und Tugend, der leider vom Satan zur Todsünde verführt wurde. Das Leben eines Mannes ist sein eigenes, kann er damit nicht machen, was er will? Wieso wollen Sie uns eigentlich Radio Deine Ketzerei wird seiner schon über- ladenen Seele nicht helfen, mein Kind. Die Last der Schuldgefühle brach eurer Mutter das Herz. Es war eher der Schock, als sie ihn fand, könnte ich mir vorstellen. Bitte, lass ihn doch aussprechen. Ihr seid durch einen Schicksalsschlag verwaist. Und ohne einen Penny. Er hat nichts hinterlassen? Nachdem seine Schulden bezahlt wurden, ist für euch nicht viel übrig geblieben. Nur noch Pfund für jede. Und unser Haus? Verkauft. Müssen wir diesen heiligen Ort verlassen? Wir sind eine Schule und kein Wohltätigkeitsverein. Auch das Kloster ist schon überfüllt. Was wird aus uns beiden jetzt? Ohne Mitgift haben wir nicht mal Hoffnung auf eine Ehe. Mein Kind,



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