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Wenn Sie erlauben, Herr Inspektor: Der verstorbene Anton Wibbel kann mit dem Fall auch nichts zu tun haben. Der saß nämlich gerade, als der Geselle verschwand. Hier. Drei Wochen Haft aufgrund eines Urteils des englischen Militärgerichts. Hier sind die Akten. Äh… Ja, was nun? Kommen Sie mal her, Frau Wibbel. Treten Sie mal zurück, Herr Wibbel. Ja, halt dich steif, Fin! Hören Sie auf zu flüstern! Jawohl! Bringen Sie ihn mal solange raus. Ich sag ja nichts mehr Gehen Sie raus! Keinen Ton! Gehen Sie raus! Keinen Ton! Kein Tönchen! Nun setzen Sie sich mal hin, Frau Wibbel. Sie sind doch eine vernünftige Frau. Nun erzählen Sie mal, wie die Sache tatsächlich war. Na, nun haben Sie doch keine Angst. Ich will Ihnen ja doch helfen. Schauen Sie, wenn das wirklich Mord oder Totschlag war Mord oder Totschlag? Na ja, so hab ich’s ja nicht gemeint. Vielleicht war Ihr Mann angeheitert, hat sich mit dem Gesellen ein bisschen gestritten, ihm ist die Hand ausgerutscht, da ist der Geselle vor Schreck die Treppe runtergefallen. Der ist nicht die Treppe runtergefallen. So? Was dann? Irgendwas muss doch mit ihm passiert sein. Ja, aber nicht das, was Sie denken, Herr Inspektor. Na, dann sagen Sie’s doch! Herrgott noch mal, dann ist doch die Geschichte erledigt. Also gut. Na also. Mein erster Mann, der Anton Wibbel, musste ins Gefängnis Aha. Und da hat er an seiner Stelle den Gesellen Mattes geschickt. Was? Ja. Und der Mattes ist dann im Gefängnis gestorben. Und da hat er natürlich den Anton dadurch in eine furchtbare Situation gebracht. Ja, und dann ist er auf und davon, der Anton, und seither hab ich ihn nicht mehr wieder gesehen. Etwas später, da kam dann mein Schwager, der Jimmy Wibbel, um mich zu trösten. Und bei der Gelegenheit, da haben wir gleich geheiratet. Na Hören Sie mal, das ist ja eine unglaubliche Geschichte, was Sie mir da erzählen! Sagen Sie mal, Sie wollen mich wohl auf den Arm nehmen? Nein, so ist es. Der Wibbel soll mal reinkommen! Herr Wibbel! Ja, äh Na, alles klar? Was heißt hier „klar“? Ihre Frau erzählt uns hier ’ne Geschichte, der Geselle Mattes sei für seinen Meister ins Gefängnis gegangen und da gestorben. Hören Sie mal! Was sagen Sie dazu? Was? Sag doch ja! Na, wie komme ich denn dazu? Frauen wissen ja meist nicht, was sie sagen. Hör doch mal, ich hab gesagt: Der Mattes ist für den Anton ins Gefängnis gegangen, und dann ist der Mattes im Gefängnis gestorben und der Anton ist verschwunden, und dann kamst du, der Bruder Jimmy aus Amerika, und hast mich geheiratet. Ach, so ist das. Ja, well. So ist das, well. Das ist aber die Höhe! Nee, die kommt noch. Ich hab nämlich ’ne Idee! Moment, ich kann Ihnen beweisen, dass der Mattes im Gefängnis gestorben ist. Lassen Sie doch mal jemanden kommen, der da auf ihn aufgepasst hat! Gut. Setzen Sie sich hin. Gut. Nein, da in die Ecke! Sie dahin! Zu Befehl, Herr Inspektor! Stehen Sie bequem. Kennen Sie den Strafgefangenen Anton Wibbel? Jawohl, Herr Inspektor. Das war so ein langer Dünner. Bin ich ein langer Dünner? Setzen Sie sich hin! Lebt dieser Strafgefangene noch? Nein, Herr Inspektor.



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