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Wir sagen einfach, dass das Kind von Tartuffe ist. Noch ein Wort, und ich drehe dir den Hals um. Erbamen Herr! Sag mir die Wahrheit. Ich liebe dich. Du trägst mein Kind. Was soll ich noch sagen? Als diese Frauen über mich herfielen, da dachte ich an mein Kind. Ich dachte, wenn es mich fragt, was sage ich dann? Du wirst sagen, egal, ob der Mann dein Vater oder dein Großvater ist, er ist immerhin Molière. Ich bin hier im Auftrag des Königs. Der König schickt nach mir? Was befiehlt Seine Majestät? Er wünscht Euch morgen zu sehen. Du hast Recht, das ist die Kunst des Guten und Gerechten. Das Gute sehe ich wohl. Aber ich tue das Böse. Ich sehe Monsart nicht. Muss ich ein Jahrhundert lang warten, ehe Versailles fertig ist? Der Frost, Majestät, er hat das gesamte Material vernichtet. Warum ginget Ihr nicht im Sommer ans Werk. Wir waren noch nicht so weit. Das tadele ich. Lasst mich nicht ungeduldig werden. Majestät. Molière, kommt näher. Nur er. Majestät. Mein lieber Molière, die Aufführung Eures „Tartuffe“ müssen wir verschieben. Man hat mir über Zeugen versichert, dass die Kirche Anstoß nehmen könnte. Als ich Euch das Stück vorlas, habt Ihr gelacht über die Bigotterie. Aber die Sonne hat sich verdunkelt. Dem müssen wir Rechnung tragen. Und wenn wir es wenigstens einmal vor Eurer Majestät aufführen könnten? Ich bin der Staat. Der Staat will keine Schwierigkeiten wegen des Spektakels. Lasst Euch etwas Neues einfallen. Etwas, was den Frommen und dem Hof gefällt. Etwas Neues? Ja. Ein Stück schreibt sich nicht von selbst. Das muss ich tun. Und mir bleiben nur zwei Tage. Ja, zwei Tage sind zu wenig. Gott brauchte eine Woche, um die Welt zu erschaffen. Majestät, wir könnten „Tartuffe“ auch in England spielen lassen. Soll ich deshalb etwa Krieg führen? Oder irgendwo in den Kolonien? Nein, ich will hier keine Mohren und keine Wilden. Wir betonen, dass wir uns gegen die reformierte Kirche wenden. Davon halte ich nichts. Meine Schwester empfiehlt Monsieur Racine. Führt sein neues Stück auf. „Thébaide“ heißt es wohl. Ist es eine Komödie? Man wird sehen. Ihr werdet schon alles nach Wunsch arrangieren. Bei Euch weiß man nie, ob man weinen oder lachen soll. Lieber Gott, der König will uns am Ende noch ins Kloster schicken. Draußen will dich jemand sprechen. Wenn ich gehängt werden soll, kann ich mir den Strick nicht aussuchen. Das Stück von einem Anfänger spielen. Freunde! Hört zu, Freunde! Hier ist Monsieur Jean Racine, Autor der „Thébaide“. Vorsicht. Der König war so huldvoll, uns sein Werk anzuvertrauen. Eine Tragödie? Eine Frage, Madame, oder ein Vorwurf? Ich bin nur neugierig. Es ist eine Tragödie. Dann ist es ein Vorwurf, Monsieur Racine, aber nicht gegen Euch. Gegen wen dann? Gegen Molière. Er will Euch einen Dienst erweisen. Aber damit schadet er uns. Was wir hier in Paris verlieren, müssen wir uns auf dem Land wieder erarbeiten. Du weißt, dass unsere Truppe keine Tragödie spielen kann. Es ist ein sehr gutes Stück. Unser Metier ist das Lachen. Ich befürchte, Racines Tragödie gerät bei uns zu einer albernen Posse. Und vorne Äpfel auf die Bühne fliegen. Könnte es für mich eine Rolle in Eurem Stück geben? Nichts lieber als meine Worte aus Eurem Mund zu hören. Ihr hättet gegen mich nichts einzuwenden? Warum sollte ich denn? Das wäre meine erste Rolle in einer Tragödie. Ich bin so verwegen. Ich glaube, das ist keins. Meine Damen, meine Herren. Charles ist Polyneikes, obwohl ich mir einen anderen Bruder gewünscht hätte. Du bist Eteokles, der alte König von Theben. Außer dir kommt keiner in Frage, du hast das Alter dafür. Retour spielt den Hämon, den Geliebten von Antigone. Soweit die Männer. Nimm ihn mal. Ja. So. Mein Kleiner. Ja. Was die weiblichen Rollen betrifft, Madeleine ist Lokaste Radio Geneviève spielt ihre Vertraute Olympia und Catherine ist Antigone. Gut so? Das ist unmöglich. Antigone muss nuancierter gespielt werden als Lokaste. Die anspruchsvollen Rollen hatte ich immer. Sicher, Madeleine. Aber auch schon in der Antike wurden die Mütter vor ihren Töchtern geboren. Ich sehe schon Marquise als Antigone. Und warum nicht? Ich habe die Verse studiert. Das ist meine Rolle. Ich habe das Alter und alles Übrige auch. Madeleine ist alt genug für meine Mutter, wenn nicht mehr Radio und du wärest die perfekte Dienerin, das ist doch sowieso dein Fach. Die Nebenrollen spielt Geneviève. Wenn du die Antigone spielst, wäre ich gern dein Geliebter, nicht dein Partner. Du wirst keiner von beiden. Für meinen Geliebten hast du nicht das Format, um mich zu beglücken. Und was den Partner angeht, da spiele ich doch lieber mit einem Stuhl. Dann verzichte ich. Soll doch René mit seiner besseren Hälfte spielen. Du würdest mir die Mutterrolle geben? Warum nicht? Und ich spiele die Dienerin? Und ich bringe die Eimer raus, ja? Ich bin einverstanden. Worauf warten wir noch? Darauf, dass ich dich erwürge! Jetzt ist Schluss! Habt ihr nichts im Kopf als eure Eitelkeit? Ich bin Mutter, Kreon. Und mein Herz schlägt nur für ihn. Und dennoch ist der König mir nicht weniger lieb. Oh, welche Qual! Ein feiger Höfling mag ihn zwar hassen, doch niemals seine Mutter.



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