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Ich arbeite viel, denke nach und ruhe mich aus. Emilio war ein verwöhntes Kind. Sie haben ihm alles erlaubt. Ich glaube, das war nicht gut für ihn. Mich wundert’s, wie verständnisvoll du ge- worden bist. Was für eine Rolle spielst du? Mutter oder Schwester? Emilio ist ein Mann. Na ja, jetzt übertreib aber nicht. Na ja, ein Kind ist er auch nicht mehr. Es könnte doch sein, dass ich sehr egoistisch bin. Im Grunde genommen gefällt es mir, dass ich mich um ihn kümmern kann. Ich muss auf seine Gesundheit achten. Er fühlt sich oft alleine. Ich bin sicher, dass ihm meine Nähe gut tut. Also bist du sicher, dass du hierbleiben willst? Nein, sicher noch nicht, aber wir werden sehen. Du solltest auch mal lernen, Verantwortung zu übernehmen. Entschuldigt mich bitte. Ich möchte mich verabschieden. Gute Nacht. Gute Nacht. Gute Nacht. War das schon dein Zimmer, als du noch klein warst? Ja. Aber bitte sprich leise, Emilio schläft nebenan. Vor morgen früh werde ich mich hier nicht wegbewegen. Aber du weißt doch, dass ich lieber alleine schlafe. Na gut, wenn du willst, gehe ich sofort. Nein, nein, du bleibst hier! Ich hab’s nicht so gemeint. Jedes Mal wenn ich dich sehe, bist du noch schöner geworden. Du kannst einen Mann verrückt machen. Ich muss dich jetzt haben. Du bekommst mich, aber leise. Komm her! Ich bin ja schon da. Was ist los? Hat es dir nicht gefallen? Mach dir keine Gedanken um mich. Du wirkst so abwesend. Hast du irgendwelche Probleme? Nein, nein. Es ist wirklich alles in Ordnung. Mir kommt es so vor, als würdest du an jemand anderen denken. Das bildest du dir nur ein, Arrigo. Ich weiß nicht, aber seit du nach Chioggia gegangen bist, hast du dich verändert. Vielleicht täusche ich mich auch. Aber wenn du etwas mit mir besprechen willst, Probleme, bei denen ich dir helfen kann, bitte. Wie oft soll ich dir noch sagen, dass alles in Ordnung ist? Na gut, wenn du nicht willst. Es ist diese Hitze. Manchmal schlägt sie aufs Gemüt, aber es ist wirklich nichts Ernstes. Ja, gut. Weißt du, was es bedeutet, eine Frau zu werden? Du hast Angst, dass man dich ansieht. Dass man dich berührt. Du verkrampfst dich, weil alles schmutzig ist. Die Menstruation ist schmutzig. Das erste Mal, wenn du deine Tage bekommst, hast du Angst. Du spürst das Blut zwischen den Beinen und denkst, dass jeder es dir ansieht, dass du dich immer waschen musst. Du hast das Gefühl, dass diese schreck- lichen Tage niemals vorübergehen. Dein Geschlechtsteil ist etwas, wofür du dich schämst. Es ist schlimmer, als zu töten oder selbst getötet zu werden. Es ist Radio es ist wie ein Fremdkörper. Du hast es zwischen deinen Beinen und versuchst es krampfhaft zu verstecken. Aber es gehört zu deinem Körper. Und irgendwann merkst du es, und dann ist es schön. Ich war, als ich dieses Gefühl hatte, vierzehn. Nein, nein schon fünfzehn. Wir waren zusammen im Kino. Mit Papa. Es lief Dr. Schiwago mit Omar Sharif. Du warst noch klein und hast auf Papas Arm geschlafen. Dir war es langweilig. Auf einmal spürte ich etwas. Da war eine Hand auf meinem Knie. Zuerst dachte ich, es wäre ein Versehen und achtete nicht weiter auf den Mann neben mir. Aber dann schob er mir langsam den Rock hoch und glitt mit seinen Fingern zwischen meine Beinen. Ich hab sie sofort zusammengepresst. Aber er drückte sie mit Gewalt wieder auseinander. Ich blieb dann ganz ruhig sitzen. Ich war unfähig, mich zu bewegen. Von dem Film hab ich nichts mehr mit- bekommen. Ich schwitzte wie verrückt. Und mein Herz schlug immer schneller. Dann nahm der Mann meine Hand und führte sie langsam unter seinen Mantel. Ich fühlte den Stoff seiner Hose. Da war etwas Hartes. Etwas Warmes. Es pochte wie ein kleines Herz. Wie ein Herz. Ich fand es ungeheuer aufregend. So eine Wärme, diese Härte. Er drückte mein Hand noch fester. Und dann zeigte er mir, wie ich es machen sollte. Hoch und runter, hoch und runter. Jetzt spürte ich das warme Ding in meiner Hand. Es war ganz warm und feucht. Ich wusste nicht, was es war, aber es hat mir gefallen. Ja, es hat mir gefallen. Weil es so heimlich passierte und Papa dabei war. Dieser Kerl war einfach ein Schwein. Nein, er war ein armes Schwein. Und jetzt zu Arrigo. Er ist Fotograf und in seinen Kreisen sind alle mehr oder weniger schwul. Jeder hat das Gefühl, ein bisschen wie Coco Chanel zu sein. Er mag aber auch Frauen. Sagt, dass ich ihn unheimlich anmache und er jedes Mal erregt ist, wenn er mich sieht. Ich hab ihn noch nie so nervös gesehen wie heute. Er starrte nur zu mir rüber und bekam große Augen, wie ein kleiner Schuljunge. Als wir vorhin im Bett waren, war er geil wie noch nie. Ich hab ihn überall gestreichelt. Dann hat er sich hingelegt wie ein Pascha. Hab ihn in den Mund genommen und ihn langsam auf und ab bewegt wie im Kino. Dann immer schneller. Plötzlich ergoss er sich in Strömen in meinem Mund und über mein Gesicht. Er hat dabei gestöhnt wie ein Tier. Und dann hat er mich verwöhnt. Findest du es nicht auch wunder- schön, Emilio? Nein, mir reicht’s. Mir tun schon die Arme weh! Hör mal, beantworte mir mal folgende Frage. Was ist das? Alle wollen es haben, aber keiner hat es. Ein Haus.



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